Barfuß unterwegs sein
Franz von Assisi tat es vor 800 Jahren. Die spanische Mystikerin Teresa von Avila vor 500 Jahren. Die meisten Kinder machen es heute noch gern. Erwachsenen wird es empfohlen. Menschen mit Plattfüßen sowieso, weil es die Muskeln im Fußgewölbe aktiviert. Die Rede ist vom Barfußlaufen.
Und das kommt schon in der Bibel vor.
Das Neue Testament erzählt, wie Jesus seine engsten Vertrauten losschickt mit dem Auftrag, zu den Menschen zu gehen und sie froh und gesund zu machen. Und er gibt ihnen erstaunlich detaillierte Anweisungen für die Reise.
Nehmt kein Geld mit, keinen Proviant. Verzichtet auf bequeme Kleidung. Geht barfuß.
Das beschäftigt mich. Warum sollen die Männer barfuß gehen?
Ich habe mich informiert und gelesen: Wer zu Jesu Zeiten barfuß unterwegs war, konnte sich entweder keine Schuhe leisten oder hatte es sehr eilig. Denn die Sandalen, die man damals trug, ließen sich nur mit viel Aufwand anziehen.
Wenn Jesus seine Freunde also barfuß losschickt, steckt darin beides. Zum einen macht er klar: Mein Auftrag ist dringend. Die Menschen brauchen euch jetzt. Aber zugleich bittet Jesus seine Männer, nicht so aufzutreten als hätten sie alles und wüssten alles. Zeigt, dass ihr so bedürftig seid, wie die, zu denen ihr geht, sagt Jesus. Dass ihr auf ihre Gastfreundschaft angewiesen seid. Dass ihr sie genauso braucht wie sie euch.
Ich finde, das ist ein guter Rat - für alle, die mit einer Mission unterwegs sind: für die Jünger Jesu, für die ersten Christen, für Franz und Klara, für Teresa von Avila und auch für die Kirche von heute.
Zeigen, dass wir genauso angewiesen und verletzlich sind wie die, zu denen wir gehen. Dass wir einander brauchen. Diese Haltung will ich mir zu Herzen nehmen. Geht bestimmt auch, wenn man Schuhe anhat.